Gordon Brown war gefeierter Krisenmanager. Er wurde als Retter der Welt bezeichnet, wegen seines beherzten Verteilens von Steuergeldern. Nun, nur einen Monat später, sinkt sein Stern.
Der Spiegel schreibt über die schlechten Nachrichten für England und Brown:
- Die Mehrwehrtsteuersenkung gilt als Flop. Der Vorstandschef der Supermarktkette Sainsbury’s moserte, Browns Mehrwertsteuersenkung von 17,5 auf 15 Prozent kurbele den Konsum nicht an, sondern sei bloß “lästig”. Es war der dritte Top-Manager in drei Tagen, der diese Kritik äußerte. Vielleicht hätte Brown doch auf Peer Steinbrück hören sollen, der diese als wirkungslos bezeichnete: “Unsere britischen Freunde senken nun ihre Mehrwertsteuer. Wir haben keine Ahnung, wie viel Geschäfte davon an ihre Kunden weitergeben. Kauft man wirklich einen DVD-Spieler, weil er nun 39,10 statt 39,90 Pfund kostet?“.
- Zinssenkungen verpuffen. Die Senkung der Zinsen auf den niedrigsten Stand seit 164, der Gründung der Bank of England, gilt in England inzwischen als wirkungslos. Der Zugang zu Geld hat sich dadurch nicht gebessert.
- Überall in England gibt es Entlassungen, nicht nur in der übergroßen Finanzbranche.
Dies ist die Gefahr, der sich Politiker aussetzen, wenn sie den falschen Eindruck vermitteln die Krise sei beherrschbar. Zudem wirft es ein besonders schlechtes Licht auf die ganzen Staatsausgaben, wenn kein erkennbarer Gegenwert an die Gesellschaft zurückgegeben wird. Die Umfragewerte von Brown, durch sein Krisenmanagerimage kurzfristig nach oben gepushed, fallen jedenfalls schon wieder.
Da ist es löblich, dass die deutsche Regierung ihr fiskales Pulver im Trockenen hält. Das Geld werden wir leider noch früh genug benötigen, wenn die Arbeitslosenzahlen steigen und wir den Arbeitslosen auch in Zukunft genug zum Leben bieten wollen.
Update 12.01.2009:
Brown stemmt sich gegen Arbeitslosigkeit und seine eigene Abwahl: Er legt ein neues Staatsprogramm “zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes” auf.


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