Länderisiken

Hier ist eine Liste der zehnjährigen Credit Default Swap (CDS)-Prämie. Das ist die zu zahlende jährliche Versicherungsprämie für eine Versicherung gegen das Risiko, dass das entsprechende Land zahlungsunfähig wird in Basispunkten (=Hundertstel eines Prozents). Beispiel: Griechenland hat eine Prämie von 250. D.h. eine Versicherung über 10 Mio. Euro gegen die Zahlungsunfähigkeit von Griechenland kostet 10 Mio * 250 / 10.000 = 250.000 pro Jahr. Über die zehn Jahre zahlt man dann also etwa 2.5 Mio Euro an Versicherungsprämie, um im Schadensfall 10 Mio zu bekommen.

Aus diesen Prämien lässt sich in etwa ableiten wie hoch die Wahrscheinlichkeit (PD) ist, dass das Land wirklich zahlungsunfähig wird und ein Staatsbankrott eintritt. Ohne mich jetzt in Details verlieren zu wollen: Das ist eine grobe Schätzung, die tendenziell etwas zu hoch ist. Aber die Größenordnung und Reihenfolge passt. Wer es genau wissen will: Die Wahrscheinlichkeit ist grob überschlagen mit “=1-(1-SPREAD/10000*2)^10″. Da steckt die Annahme (“*2″) drin, dass bei Ausfall 50% der Versicherungssumme verloren geht. Es ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls in den nächsten 10 Jahren.

Die Werte sind per 05.02.2010. Der Rang in Klammern ist per 22.01.2010. Die Prozentzahl im Klammern hinter der Prämie ist der entsprechende Zuwachs in der Periode. Mit “L” gekennzeichnete Länder weisen eine geringe Marktliquidität auf, welche eventuell zu falschen oder sprunghaften Ergebnissen führen kann. Alle Daten sind Thomson Datastream entnommen und werden nach Möglichkeit zweiwöchentlich aktualisiert.

Rang(von) Land Risikoprämie PD Hinweis Rating
1 (2) Argentinien 1036 (11%) 90% R B-
2 (1) Venezuela 969 (0%) 88% BB-
3 (3) Ukraine 885 (6%) 86% I,U CCC+
4 (4) Pakistan 841 (29%) 84% B-
5 (7) Dubai 555 (19%) 69%
6 (5) Island 537 (-2%) 68% I,U,R BBB-
7 (6) Irak 519 (3%) 67%
8 (8) Lettland 466 (3%) 62% I,U,R, K,E,S BB-
9 (11) Griechenland 358 (17%) 52% U, R BBB+
10 (13) Litauen 294 (14%) 45% U,K BBB
11 (10) Vietnam 290 (-7%) 45% BB
12 (9) El Salvador 282 (-10%) 44% BB
13 (12) Ägypten 279 (-5%) 44% BB+
14 (14) Ungarn 277 (8%) 43% I,U,K, E,S BBB-
15 (15) Rumänien 270 (11%) 43% U,K,I BB+
16 (17) Libanon 267 (12%) 42% B-
17 (19) Bulgarien 265 (12%) 42% U,K BBB
18 (18) Kroatien 263 (11%) 42% BBB
19 (16) Indonesien 258 (6%) 41% BB-
20 (20) Philippinen 251 (15%) 40% BB-
21 (21) Kasachstan 242 (19%) 39% BBB-
22 (32) Costa Rica 222 (43%) 37% BB
23 (22) Türkei 221 (16%) 36% BB-
24 (23) Russland 220 (18%) 36% K BBB
25 (30) Portugal 209 (33%) 35% A+
26 (25) Bahrain 196 (15%) 33% A
27 (26) Südafrika 193 (16%) 33% BBB+
28 (24) Kolumbien 192 (11%) 32% BB+
29 (27) Panama 179 (9%) 31% BB+
30 (35) Abu Dhabi 173 (20%) 30% AA
31 (28) Brasilien 171 (8%) 29% BBB-
32 (34) Polen 170 (17%) 29% E A-
33 (33) Peru 169 (10%) 29% BBB-
34 (29) Mexiko 165 (5%) 29% BBB
35 (36) Estland 163 (17%) 28% A-
36 (38) Spanien 162 (22%) 28% AA+
37 (31) Irland 161 (4%) 28% U AA
38 (40) Korea 152 (26%) 27% A
39 (42) Italien 151 (29%) 26% A+
40 (39) Thailand 148 (13%) 26% BBB+
41 (44) Malaysia 143 (37%) 25% A-
42 (37) Israel 139 (3%) 25% A
43 (43) Marocco 128 (18%) 23% BB+
44 (41) Katar 127 (6%) 23% AA-
45 (46) Tunesien 115 (10%) 21% BBB
46 (45) Tschechien 113 (9%) 20% R A
47 (49) Saudi Arabien 105 (13%) 19% AA-
48 (53) Chile 105 (24%) 19% A+
49 (50) Slowakei 103 (11%) 19% A+
50 (47) Japan 102 (3%) 19% AA
51 (48) China 102 (6%) 19% U A+
52 (52) Großbritannien 98 (15%) 18% U AAA
53 (51) Österreich 97 (12%) 18% AAA
54 (54) Slowenien 92 (11%) 17% AA
55 (57) Neuseeland 86 (38%) 16% AA+
56 (61) Hong Kong 78 (58%) 14% AA+
57 (60) Australien 78 (49%) 14% AAA
58 (55) Belgien 75 (12%) 14% AA+
59 (58) Frankreich 65 (15%) 12% U AAA
60 (62) USA 61 (30%) 12% U AAA
61 (56) Schweiz 60 (-4%) 11% AAA
62 (59) Schweden 54 (2%) 10% AAA
63 (63) Deutschland 48 (18%) 9% AAA
64 (64) Niederlande 46 (14%) 9% AAA
65 (65) Dänemark 43 (11%) 8% AAA
66 (66) Finland 39 (10%) 7% S AAA
67 (68) Norwegen 25 (12%) 5% AAA
I=IWF-Kredit erhalten, K=Korruptionsskandal, U=Unruhen, R=Regierung gestürzt, E=EU-Kredit erhalten, S=Gekürzte Sozialleistungen, L=Geringe Liquidität. Werte ungenau oder gar falsch

Länder, die sich bereits im Zahlungsverzug befinden, sind nicht mehr in der Tabelle enthalten, denn für diese kann man natürlich keine Kreditversicherung erwerben. Die folgende Tabelle enthält alle Länder, die sich aktuell ihre Anleihen nicht bedienen.

Land Ausfall seit Anmerkungen
Ecuador 15.11. 2008 Ecuador hat einen relativ kleinen Zinsbetrag nicht innerhalb der 30 Tage Karenzzeit gezahlt. Scheinbar aus politischen Erwägungen. Die CDS-Auktion zur Begleichung der Ansprüche zwischen Sicherheitengeber und -nehmer fand am 14.01.2009 statt. Das Auktionsergebnis ergab einen Preis von 31,375% der ursprünglichen Forderung. Es ist der achte Ausfall des Serientäters; nach 1832, 1868, 1911, 1914, 1931, 1982 und 1999. Ein Jahr vor Ausfall war der CDS-Spread 764BP.

Die obigen Tabellen geben die aktuelle Markteinschätzung der Länderrisiken an. Folgende Grafik liefert eine historische Sicht auf das Thema. Sie zeigt wie viele Länderausfälle es in den entsprechenden Jahren gab. Die rote Linie glättet die Information zur besseren Übersichtlichkeit.

Staatspleiten seit 1800

Staatspleiten seit 1800

54 Antworten zu „Länderisiken“

  1. Wirtschaftskrise - Update « So Halt sagt:

    [...] Wenn man österreichische Staatsanleihen kauft und sich mit einem Credit Default Swap (sowas wie eine Versicherung vor dem Kreditausfall) gegen den österreichischen Staatsbankrott absichert, dann zahlt man im Moment für die 10 jährige Anleihe 1,53%. Daraus kann man eine ungefähre Wahrscheinlichkeit für den Staatsbankrott berechnen, und die ist für Österreich im Moment ca. 25% (in den nächsten 10 Jahren). Für eine Liste von Staaten siehe da. [...]

  2. Thomas sagt:

    Danke für die sehr interessante Aufstellung! In der Länderliste steht übrigens “Slowakien” statt Slowakei.

  3. Trallala sagt:

    Hallo, es muss “Neu Zehland” heißen, nicht “Neu Zeeland”.

  4. Specularbage sagt:

    Hi,
    saw your link in the econompicdata.blogspot.com page.
    Great post. After reading it I was wondering:
    - who was holding the debt of those countries, particularly the ones at the top of the list, Ukraine for example;
    - how much debt is out there for those countries, therefore how much potential losses for the holders of the debt?
    - and finally how to get these data; do you have to pay Thomson Datastream, or this a free service?

  5. ketzerisch sagt:

    Hi Specularbage,

    thanx for your comment. I sorry, but I don’t know the answer for your first question. But for your second question: I posted a list public debt levels in relation to GDP here. Unfortunately this is only for some European countries and not all the countries on the list. But I think that is an important point. I might have a look if I can find the data somewhere.

    The potential loss for the borrower depends both on the exposure and the recovery rate. The latter is hard to estimate. Usual estimations range from ca. 20 cent loss on the dollar for developed countries and 80 cent for underdeveloped countries.

    Unfortunately you have to pay for Thomson Datastream.

  6. Specularbage sagt:

    Hi Ketzerisch,
    Vielen Dank / Thank you.
    Checked your page on public debt for european countries.

    For Ukraine:
    I just googled ‘ukraine outstanding debt’ and found an article from the Guardian mentioning that:
    “Ratings agency Fitch says Ukraine had $13.5 billion outstanding debt in October, of which $11.5 billion was foreign currency debt including state energy firm Naftogaz”
    source: http://209.85.229.132/search?q=cache:jIbiVnRyWEgJ:www.guardian.co.uk/business/feedarticle/8208148+ukraine+outstanding+debt&hl=en&ct=clnk&cd=4&

    I had to get the cached link; seems the page is now offline.

    I think one of the holder of Ukraine debt is Gazprom, which is why there is this constant dispute over gas.
    => http://en.wikipedia.org/wiki/Russia-Ukraine_gas_dispute

  7. ketzerisch sagt:

    Hi Specularbage,

    thank you for the information. Very intresting.

  8. st sagt:

    Hallo!

    Könntest Du bitte unter der Überschrift “CDS für Dummies” ;-) nur kurz erklären, wie man Pi mal Daumen von der CDS-Prämie auf die implizierte Ausfallwahrscheinlichkeit kommt? Danke im Voraus!

    Ich habe Eure Seite erst kürzlich entdeckt und schon zu meinen Favoriten hinzugefügt. Macht weiter so!

  9. ketzerisch sagt:

    @st:

    Danke für das Feedback! Die gewünschte Info habe ich oben in den Artikel eingebaut.

  10. hubert schoder sagt:

    Was mich interessiert ?
    Es ist ja jetzt eine Weltwirtschaftskrise.

    Jeder Staat macht Schulden.

    Bedeutet es nicht das das verhältniss der Währungen usw… gleich bleibt und es praktisch keine Folgen hat weil jeder Staat gleichzeitig schulden macht.

    Anders wäre es wenn ein Land überproportional Schulden macht. zbsp. 98 bei der Russlandkrise

  11. Marcus Fabian sagt:

    Und wo steht die Schweiz?

  12. ketzerisch sagt:

    Die Schweiz ist leider nicht in der Datenbank. Ich konnte noch nicht herausfinden warum.

  13. Meklon von Andromeda sagt:

    Ich behaupte mal, dass die Werte nicht passen, da man z.B. weiß, dass Großbritannien bereits komplett ausgefallen = pleite ist.
    Die USA stehen auch nicht besser da, Spanien ist ebenfalls knapp am Knall.

    Schon allein daraus leite ich diese Werte als Positiv- bzw. Negativpropaganda ab – je nachdem, welches Land beurteilt wird. Ich stelle auch die Unabhängigkeit und Objektivität des Datenlieferanten in Frage.

  14. ketzerisch sagt:

    Großbritannien steht schlecht dar. Aber ausfallen werden die erstmal nicht, denn sie drucken Geld zur Begleichung der Schulden. Daher der fallende Pfundkurs.

    Ein Ausfall der USA ist das finanzielle Äquivalent einer Atombombe. Man kann sich daher tatsächlich fragen, ob der angegebene Preis die tatsächliche Wahrscheinlichkeit widerspiegelt. Der Sicherheitengeber ist mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesem Szenario ja auch nicht solvent.

    Die CDS-Spreads im Datastream sind Marktwerte und nicht politisch motiviert. Sie passen auch mit anderen Quellen zusammen.

  15. Blick Log » Hitlisten der Bankenrisiken: Uneinheitliche Entwicklung im Vergleich zum Januar sagt:

    [...] Blog Verlorene Generation stellt übrigens eine regelmäßig aktualisierte Aufstellung der Länderrisiken ins Netz. Auch ein sehr schöner [...]

  16. Blick Log » Die Arten der Staatspleiten sagt:

    [...] Auch der Blick Log kann sich der Faszination des Untergangs nicht immer entziehen. Gern von den Medien genommen in den letzten Wochen ist da das Thema Staatspleite. Dies Option lässt sich zumindest anhand der Veränderungen der Länderrisiken gut durchspielen. Angeführt wird diese Liste übrigens derzeit von der Ukraine, deren Risikoaufschlag derzeit 30% kosten würde. [...]

  17. Brasi sagt:

    wenn man sich die historischen ausfallraten ansieht, so kommt man entweder zum schluss, dass die welt untergeht oder hier geniale arbitragemöglichkeiten bestehen, da der markt die ausfallwahrscheinlichkeiten überschätzt.
    die staaten können sich im momentanen umfeld zu äußerst günstigen konditionen verschulden, am kurzen ende sogar nahe null! das wird sehr häufig übersehen, inbesondere von laien.
    auch kann ich nicht nachvollziehen, wieso hier jemand geschrieben hat, dass grossbritannien bereits ausgefallen sei?! england ist mit einen der niedrigsten staatsschulden (gemessen am bip) in die krise gelaufen. daher hat die britische regierung hier wesentlich mehr spielraum als manch anderer europäischer staat.
    übrigens: die “zahlungsunfähigkeit” von ecuador war rein politisch getrieben und hat weniger mit der nicht-fähigkeit zur zahlung von ecuador zu tun!

  18. ketzerisch sagt:

    @Brasi

    Es gibt gute Gründe unterhalb des Weltuntergangs, warum die Wahrscheinlichkeiten im historischen vergleich so hoch erscheinen:

    1) Es gibt heute viel mehr Länder als früher. Nur für einen kleinen Teil haben wir CDS-Spreads. Wir wissen nicht, wo die Fehlenden einzusortieren sind.

    2) Die historischen Ausfälle im Chart sind nicht komplett. Es sind nur solche enthalten, die nicht auf Krieg zurückzuführen sind.

    3) Sooo hoch sind die Zahlen gar nicht. Die PDs sind zehnjährige. Bei 64 Ländern und einer durchschnittlichen PD von ca. 50% macht das 32 erwartete Ausfälle in zehn Jahren. In der letzten Lateinamerikakrise hatten wir mehr.

    Zu den Kreditkonditionen:
    Das sich die Länder am kurzen Ende refinanzieren ist eher ein schlechtes Zeichen. Zwar sind die Konditionen aktuell günstig, aber es wird nicht so bleiben. Bei steigenden Zinsen wird eine immer höhere Last den Länder liegen. Die Alternative ist Inflation.

    Zu Großbritanien:
    Ja, die stehen vergleichsweise gut dar. Auch weil sie eine Politik der Pfundabwertung betreiben. Andererseits war Island mit einer noch kleineren Staatsverschuldung in die Krise gestartet. Aber auch die sind entgegen anderslautenden Presseberichten noch nicht ausgefallen.

    Zu Ecuador:
    Stimmt. Steht auch so in der Tabelle.

  19. Kroesus2 sagt:

    Swiss banks and CDS prices
    ————————–
    Posted by Neil Hume, FT (Senior Stock Market Reporter) on Feb 23 14:45.

    All banks hard hit in credit markets today, but Swiss ones worse than others…

    CS cost of protection now at a new record, 205 basis points, up 17bp on the day

    UBS at 309, up 21bp on the day and rapidly closing in on mid-Sept high of 321bp,

    worst performer on the day: RBS, 30.4bp wider at 218bp…

    FT Alphaville Long Room

  20. Ulf Hamster sagt:

    @Meklon von Andromeda

    Wenn ein Schuldner Probleme hat oder sich auch krumm und schief machen muss, um Zinsen und Schulden zu tilgen oder Schulden zu revolvieren, aber es irgendwie schaffen, dann ist dieser gefährdet aber (noch) nicht pleite.

  21. Blick Log » Spekulationen auf Staatbankrott trennen von Wahrscheinlichkeit auf Staatbankrott sagt:

    [...] Eine derzeit wöchentlich aktualisierte Aufstellung der Länderrisiken ist bei verlorene Generation auf dieser Seite zu finden. Schaut man in die Aufstellung, dann werden die Risikoprämien für Irland und [...]

  22. Broker sagt:

    Klasse Auflistung, danke. Aber ganz schoen besorgniseregend.

  23. marginaleconomist sagt:

    Sieht bei manchen Ländern eher wie eine Bubble aus, oder? Oder glaubt wirklich jemand, dass die USA und Deutschland mit 17% Wahrscheinlichkeit Zahlungen (zumindest temporär) aussetzen?

  24. ketzerisch sagt:

    @marginaleconomist

    Bubble ist natürlich möglich. Aber zehn Jahre ist auch eine lange Zeit.

    Einen “ökonomischen” Staatsbrankrott halte ich in Deutschland für deutlich unwahrscheinlicher als einen politischen; also einen Staatsbankrott wo gezahlt werden könnte, es aber aus populistischen Gründen nicht getan wird. In BRD bspw. fallen in die zehn Jahre zum Beispiel drei Bundestagswahlen. Wer weiß schon wer bei da alles an die Macht kommt.

  25. sampling sagt:

    nicht direkt mit den länderisiken zu tun hat ist der währungsverlust global gesehen, die währungen verlieren praktische ALLE an wert, auch der schweizer franken gemessen an gold, viele vergleichen es mit der situation vom 1en und 2. weltkrieg bei der eine bestimmte währung hyper inflationierte, diesmal ist die welt durch die computerisierung dermasen vernetzt dass ein ausfall eines landes schwere probleme global gesehen mitsich zieht. also folge für die zukunft könnte sein, dass es eine globale währung geben wird + weniger geldschöpfung (derzeit standard 8% eigenkapital) dies wurde natürlich auch durch die enorme computerisierung unterstützt mit der konstrukte möglich wurden bei der keiner mehr den durchblick über das effektive ausfallrisiko hat. dies ist wohl nur ein kleiner auszug aus den faktoren die dafür verantwortlich sind für die weltwirtschaftskrise. es würde zu lange dauern alle fundamentalen fakten aufzuzählen. bitte entschudligt die fehler in der rechtschreibung, ich war nie gut in deutsch aber dafür beim erkennen der fundamentalen gründe für diverse dinge auf der welt

  26. Joachim Koch sagt:

    == Unruhen ==

    Wichtig bei dieser Aufstellung ist der Blick auf das Bemerkungsfeld: Frankreich und die USA gehen so schnell nicht ökonomisch bankrott (too great to fall), wohl aber politisch (Frankreich und die USA sind zwar auch politisch stabiler als Thailand, jedoch ist aufgrund der Unruhen ein AAA-Rating nichts anderes als ein schlechter Witz). Angenommen, die Regierung gäbe den Druck der Straße nach und ließe erst die Banken und dann die Verbindlichkeiten aus politischen Gründen fallen, dann wäre der Staatsbankrott Realität.

  27. nigecus sagt:

    @marginaleconomist

    Das steht doch oben alles vor der Tabelle. Die Ausfallwahrscheinlichkeit wurde hier aus der beobachtbaren/gehandelten Risikoprämien abgeleitet. Dann wurde für alle Länder eine Recovery Rate von 0.5 eingesetzt. Es kommt ja auch ein bisschen darauf an, inwiefern Debt-for-Equity Swaps (oder was sonst noch zu holen ist) im Bankrottfall möglich sind.

  28. nigecus sagt:

    Ist jetzt aktualisiert! Das ist echt mal eine Tabelle wo es sich lohnt letzter zu sein ;)

  29. aloysius sagt:

    Mich interessieren die Staatspleiten seit 1800. Kannst du mir die Daten per Mail schicken? Wäre auch noch interessant zu wissen, welche Staaten das genau sind… Besten Dank.

  30. marginaleconomist sagt:

    @nigecus

    Was steht denn dazu schon in der Tabelle? Bei einer 50% Recovery Rate sind 17% Ausfallwahrscheinlichkeit doch trotzdem völlig überzogen gewesen. Ex post sowieso, aber selbst zu dem Zeitpunkt ex ante …

  31. nigecus sagt:

    Naja … Jetzt ist ja wieder Alles im Lot! Ist schon klar dass Recovery Raten immer unterschiedlich sind und Ausfälle selbst unterschiedlicher Art sein können. Z.B. ein ganz kleines Aussetzen der Zinszahlungen reicht ja schon um einen Gläubiger in Probleme zu reiten sodass Risikoprämien steigen (Zu welchen Konditionen würden Sie Kalifornien ihr Geld leihen?). Aber stimmt schon der Einwand mit den Wahrscheinlichkeiten – Aber teuer ist es ganz sicherlich.

    Hey man darf nicht vergessen dass (revolvierende) Kreditvergabe wie Drogendealen ist: Man kann mächtig Ärger bekommen wenn der Stoff nicht vertickt wird und muss aufpassen dass die Kunden sich nicht totfixen. Also zieht man ab und zu die Risikoprämien an bis die Süchtigen sich wieder entspannt haben.

  32. ketzerisch sagt:

    Auch wenn hohen Ausfallwahrscheinlichkeiten stark gesunken sind, so sind die Prämien immer noch deutlich über den (viel zu niedrigen) Vorkrisenwerten.

  33. |X|  Staatsbankrott sagt:

    [...] Island 20086 Siehe auch7 Literatur zu ” id=”Weblinks zu zu “> Weblinks zu zu Tabelle mit Länderrisikoprämien und Länder-Ratings: In der Tabelle sind auch indikative Ausfallwahrscheinlichkeiten angegeben. Diese sind ungenau und [...]

  34. nigecus sagt:

    @ketzerisch.

    Die Prämien werden ja nicht nur durch die Underlyings, also die Staatsanleihen, sondern auch durch die Vertragsparteien des Swap-Geschäfts beeinflusst! Oder nicht?

    Wenn man die Kupons einer Staatsanleihe versichert, aber man selbst … nun ja… hops gehen könnte … dann nützt der CDS dem Versicherten nicht viel… Denke ich mir so…

    Das würde dann auch erklären warum alle Prämien für alle Staatsanleihen hoch gehen, wenn alle Vertragsparteien, also der Finanzsektor, nicht so super dastehen.

    • ketzerisch sagt:

      Ein klares Jein… :-) Es stimmt natürlich, dass der Spread auch von dem Spread der Gegenpartei abhängt. Aber es gibt zwei Gründe, die mich glauben lassen, dass dies nicht so relevant ist.

      1) Auch CDS werden wie andere Derivate mit Collateral abgesichert. Ändert sich der Wert des CDS über einen Schwellwert hinaus, so werden Sicherheitsleistungen von der Partei eingefordert, die die Absicherung versprochen hat. Das reduziert das Risiko etwas.

      2) Wenn der Sicherungsgeber ein schlechtes Rating hat, so steigt der Preis des CDS nicht, sondern er fällt. Versetze Dich in die Lage des Versicherungsnehmers: Du wärst sicher weniger bereit für eine Versicherung zu zahlen, wenn Du nicht sicher bist, dass sie auch zahlen kann. Wenn Du zwei Versicherungen hast, die den gleichen Preis bieten, so wirst Du die mit der kleineren Ausfallwahrscheinlichkeit wählen.

  35. nigecus sagt:

    Mit welcher Software hast du eigentlich die Grafik gemacht. bin nur neugierig.

    • ketzerisch sagt:

      Excel 2007

  36. Alleskroatien sagt:

    Ich wohne in Kroatien, Sieht ja nicht gerade rosig aus, du schreibst das du die liste jede zweite Woche aktualisieren wirst? Ist das auf diese URL?

    Gruss Morten

    • ketzerisch sagt:

      Ja. Ich aktualisiere hier. Ich versuche alle zwei Wochen, aber es klappt zeitlich nicht immer. Das Datum der Daten ist jeweils angegeben.

  37. Alleskroatien sagt:

    Ok danke, ich habe bookmark gesetz und werde dann ab und zu reinschauen

  38. Top 10 der gefährdeten Länder per 01.11.2009 « Verlorene Generation sagt:

    [...] Länderisiken [...]

  39. mic sagt:

    bitte um ein baldiges update!

  40. Schönherr sagt:

    Länderliste ist sehr informativ.
    bin erstmals hier.

    wie komme ich denn an die”historischen Daten” der Länderliste.
    Wäre sehr interessant den verlauf der CDS zu sehen.

    • ketzerisch sagt:

      Die Daten sind aus der im Artikel angebenden Quelle. In roher Form darf ich sie aus Lizenzgründen leider nicht veröffentlichen. Die historischen Versionen der obigen Tabelle finden sich aber in diesem Blog als Artikel. Siehe auch hier.

      http://verlorenegeneration.de/tag/staatsbankrott/

  41. Käsebrot sagt:

    kann es sein, dass in der formel eine klammer nicht gesetzt wurde? für mein verständnis müsste sie folgendermaßen heißen:

    1-(1-spread/(10.000×2))^10

    die RR ist doch als 1/2 anzusehen und somit im nenner vakant, oder irre ich mich da?
    so würden auch niedrigere werte entstehen (bspw. für Dtl. statt 6% nur 1,5%). Das erschiene mir sinnvoller!

    • ketzerisch sagt:

      Nein, der erwartete Verlust EL=PD*LGD und damit die PD=EL/LGD. Wenn man nun einen LGD von 50% annimmt, so kommt man auf PD=EL*2, nicht PD=EL/2.

  42. Käsebrot sagt:

    zusatz: ich wäre ansonsten froh, wenn mir jemand die formel näher erläutern könnte, da mir die werte utopisch erscheinen.
    bei einem land wie Abu Dhabi (Moody’s Aa2) müsste dann aktuell damit zu rechnen sein, dass das land zu 30% innerhalb der nächsten 10 jahre zahlungsunfähig wird…trotz der dubai-krise scheint mir das nicht sehr real.

    vielen dank vorab für etwaige antworten!!

    • ketzerisch sagt:

      Die CDS reagieren einfach schneller.

  43. Erwartete Ratingänderungen « Verlorene Generation sagt:

    [...] Länderisiken [...]

  44. Länderpleiten seit 1800 « Verlorene Generation sagt:

    [...] Länderisiken [...]

  45. Schorsch sagt:

    Hallo,

    danke für die super Liste!
    Wo kommen die Daten her?
    Speziell würden mich aktuelle Werte von Österreich und Griechenland interessieren.

    • ketzerisch sagt:

      Die Datenquelle ist oben im Text verlinkt. Ich werde wohl noch zwischen den Jahren ein Update machen.

  46. Bankerin sagt:

    Super Liste, danke!
    Ich hätte vorher nie gedacht, daß die Risikoprämie von Griechenland höher als die von Rumänien ist…

  47. onetux sagt:

    Starke Liste!
    Was für einen Vergleich noch hilfreich wäre, wäre die
    CDS-Prämie für z.B. eine Europa-Anleihe…zumindest
    die theoretische Prämie. Wenn man sieht, wie Griechenland
    und Sorgen über andere EU-Staaten auf den EURO drücken,
    wäre hier der Vergleich zu den USA hilfreich. Sun state
    Kalifornien ist pleite und der Staat hält 14% am BIP der USA,
    Griechenland aber nur etwas über 2% der EU.

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