Staatsbankrott-Risiko: 03.03.2010

März 3, 2010

Neues von der Länderrisiko-Front:

  • Griechenland hat angefangen seinen Hausaufgaben zu machen und verzeichnet zurückgehende Risikoprämien. Besser noch machen es die anderen sogenannten PIGS. Portugal, Italien und Spanien mit deutlich gesunkenem Kreditpreisen.
  • Auch Island kommt gut aus den vergangenen Wochen – trotz des anstehenden Referendums zur Rückzahlung der Auslandsschulden der isländischen Banken.

Da muss ja vielleicht gar keine Euros mehr gedruckt und nach Südeneuropa zur Rettung überwiesen werden.
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Über die gegenseitige Abhängigkeit der Eurostaaten

Februar 7, 2010

Barclays Capital hat eine interessante Hauptkomponentenanalyse der Staatsanleihen im Euroraum gemacht. Das Resultat sieht so aus.

Hauptkomponentenanalyse der Euro-Staatsanleihen

Hauptkomponentenanalyse der Euro-Staatsanleihen


Den ersten Faktor kann man als generelles Zinsniveau interpretieren. Wenn die risikolosen Zinsen des Euros steigen, so steigen sie auf allen Staatsanleihen der Eurozone, ganz unabhängig davon in welchen finanziellen Zustand sich das Land befindet. Wenn beispielsweise die Inflationserwartung steigt, so steigen die Zinsen und alle müssen mehr zahlen. Ebenso, wenn das erwartete reale Wachstum steigen sollte.

Der zweite Faktor ist aber interessanter. Er lässt sich als Risikofaktor interpretieren. Hier ist besonders spannend, dass die Sensitivität der PIGS gegenüber Änderungen des Faktors ein positives Vorzeichen, Deutschland aber ein negatives aufweist. Wenn also beispielsweise Griechenlands Zinsen stiegen, so müssen die Deutschen weniger für ihre Schulden zahlen (Szenario: Deutschland zahlt nicht und Griechenland muss sich selber helfen) und wenn die Griechen in den Genuss geringer Zinsen kommen, so müssen die Deutschen mehr zahlen (Szenario: Deutschland finanziert den Griechen deren grotesk große Beamtenapparat).

Da der Betrag des Koeffizients Deutschlands immerhin halb so hoch ist wie der der griechischen Staatsanleihen, kann man Deutschland nur warnen sich mit einer Rettungsaktion nicht zu übernehmen. Es könnte schnell die Wirtschaftskraft Deutschlands überschreiten und einen Bankrott Deutschlands nach sich ziehen. Oder aber die Zinsen steigen weil die Inflation steigt.


Griechenland: Rettung oder Untergang?

Februar 7, 2010

In den letzten Tagen liest man immer wieder in den Medien, dass der Eurokurs fällt, weil Griechenland vor dem Staatsbankrott steht. Das ist nur die halbe Wahrheit. Der Eurokurs fällt, weil die Investoren darauf wetten, dass die EU die Inflation erhöhen wird. Quasi als Korrektiv für die hohen Staatsschulden in Griechenland und den anderen hochverschuldeten Staaten. Bald werden wir Klarheit haben, ob die EU hilft oder nicht, denn es mehren sich Anzeichen, dass Investoren – allen voran die Griechen selbst – massiv Geld aus Griechenland abziehen.
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Top-10 des Staatsbankrott-Risikos: 05.02.2010

Februar 6, 2010

CDS-Spreadsausweitung gab es diesmal auf breiter Front. Griechenland hat abermals 17% in der Risikoprämie auf die Schulden zugelegt und ist nun als drittes europäisches Land in der Top-10 des Staatsbankrottrisikos. Höhere Spreads in Europa haben nur noch Island und Lettland zu bieten. Auch eine andere Schwelle haben die Griechen gekreuzt: Die Ausfallwahrscheinlichkeit in den nächsten zehn Jahre stieg auf 52%. Erstmals erscheint ein Staatsbankrott wahrscheinlicher als eine Gesundung der Finanzen.
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Neue Deflation in den USA?

Januar 24, 2010

Barack Obama hat den Banken den Kampf angesagt. Es soll wieder eine Trennung von Investmentbanken und Banken mit Einlagen eingeführt werden. Die Idee dahinter ist einfach: Kein Hahn würde einer Invesmtentbank nach krähen. Nur wenn eine Bank mit Einlagen einfacher Bürger pleite geht, dann kostet das den Politikern Stimmen und der Staat wird erpressbar.

Die Investmentbank sollen durch den Vorstoß die implizite Staatsgarantie verlieren. Damit können diese sich schlechter refinanzieren und müssen einen geringeren finanziellen Hebel haben. Ein geringerer Hebel heißt aber auch geringere Geldschöpfung und damit eine schrumpfende Geldmenge. Das hat den Vermögenswerte nicht gut getan und auch die Kreditrisiken steigen wieder. Aber die erwartete Inflationsrate ist noch nicht gefallen.
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Top-10 des Staatsbankrott: 22.01.2009

Januar 24, 2010

Die Highlights:

  • Venezuela hat die Währung abgewertet. Die Kreditmärkte mögen das nicht und drücken Chavez die rote Laterne in die Hand. So wie der sich aufführt kann er jederzeit die Schuldentilgung einstellen.
  • Island will über Schuldrückzahlungen abstimmen lassen. Ich finde das eine gute Idee, die Gläubiger nicht so und verlangen einen 40% höheren Spread. Besorgt sind sie wohl, dass sich Island mit Großbritannien einen mächtigen Feind angelacht haben.
  • Irak CDS werden wieder gehandelt. Willkommen zurück.
  • Griechenland stürzt weiter ab und ist fast in den Top-10. Augenscheinlich war die EU deutlich genug in ihrer Aussage: Griechenland muss das alleine durchstehen. Die EU wird nicht helfen.
  • Portugal bekommt einen Watschen vom IWF und zahlt nur unglaublich 72% höhere Spreads als noch am Monatsanfang. Damit sind nach Griechenland der Euro-Staat mit dem höchsten Kreditrisiko und verweisen Irland auf Platz 3.

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Griechenlands CDS-Spread steigt und steigt

Dezember 17, 2009

Griechenland muss gegensteuern und zwar schnell und entschieden.

Griechenlands CDS-Spread

Griechenlands CDS-Spread

Hohe Staatsverschuldung in Fremdwährung (Euro), keine Haushaltsdiziplin, nicht mal Haushaltstransparenz, kaum Sparwille, interne Unruhen, Streikbereitschaft der Gewerkschaften. Hellas, das sieht nicht gut aus.


Mexiko: Downgrade durch S&P

Dezember 14, 2009

Die Ratingagentur hat ihre Bewertung von Schuldtiteln des mexikanischen Staates von BBB+ auf BBB reduziert. Sie folgen damit Fitch, die den Schritt schon Ende November vollzog. Auf unserer Top-5-Liste der erwarteten Ratingänderungen stand Mexiko nicht, denn wir haben keine CDS-Spread für das Land in unserer List. Dort habe ich das Land flux mal eingefügt, da Datastream auch CDS-Spreads anbietet.

Gut hätte das Verfahren aber auch nicht funktioniert. Der Markt impliziert mit rund 150BP Risikoprämie ein Rating von A- und ist somit optimistischer als die Ratingagentur – die Vorhersage tendierte in eine leichte Aufwertung, aber alles im statistischen Unschärfebereich.


Erwartete Ratingänderungen

Dezember 11, 2009

Ich bin ja der Meinung, dass CDS-Spreads Staatsausfälle besser prognostizieren können als die Ratings der Agenturen. Schon allein deswegen, weil die Markteilnehmer die Agenturratings ja kennen und sie daher in ihre Spreadberechnung einfließen lassen können. Insbesondere denke ich, dass Spreads schneller auf neue Informationen reagieren. Das habe ich hier mal dazu benutzt Ratingveränderungen zu prognostizieren,
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Top 10 der Staatsbankrott-Risiken: Update 10.12.2009

Dezember 10, 2009

In den letzten zwei Wochen gaben die meisten Spreads leicht nach. Aber die Märkte scheinen wieder mehr zu differenzieren. Ausgewählte Länder haben sich – zum Teil stark – verschlechtert. Insbesondere Argentinien und Venezuela sahen Spreaderhöhungen von 20% und Island mit 16%. Dagegen ist die Ausweitung bei Griechenland mit 7% noch moderat, auch wenn es sicher schmerzt nun hinter der Türkei zu liegen.

Übrigens ist Deutschland endlich wieder das sicherste Land der Welt. (Malta zählt nicht, weil CDS-Markt illiquide). Vielleicht hat die Opposition der Länder gegen das Staatsschuldenerhöhungsgesetz Wachstumsbeschleunigungsgesetz geholfen.
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Griechenland nähert sich dem Junk-Rating

Dezember 8, 2009

Die Ratingagentur Fitch hat die Anleihen Griechenlands von A- auf BBB+ herabgestuft. Damit fehlt den Griechen nicht mehr viel bis zum Ramschstatus, bei dem viele Fonds die Anleihen aufgrund des hohen Risikos nicht mehr halten dürfen. Fitch sieht auch keine Besserung am Horizont und lässt den Ausblick auf negativ und deutet so weitere Herabstufungen an.
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Top 10 der Staatsbankrott-Risiken: Update 26.11.2009

November 26, 2009

Dubai schockte die Finanzwelt mit dem Eingeständnis massiver Zahlungsschwierigkeiten. Sorgen haben nun auch die anderen Emirate: Sie fürchten die Schwierigkeiten Dubais könnten sie auch in Bredouille bringen. Kein Wunder, denn bisher ist Abu Dhabi immer eingesprungen, wenn Dubai kein Geld hatte. Tun sie es nun auch, so könnten dies die eigene Zahlungsfähigkeit gefährden. Tun sie es nicht, so könnten die Investoren denken, dass Abu Dhabi dazu nicht mehr in der Lage ist. Beides schlecht.

Stammleser dieses Blogs kann das nicht wirklich überraschen. Schließlich hatte ich schon im Februar über das Platzen der Blase in Dubai berichtet. Entsprechend wurde Dubai schon lange in unserer Top-10 geführt. Beim letzten Update lag Dubai auf dem wenig schmeichelhaften 9. Platz mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 46% in den kommenden 10 Jahren. Das war freilich vor den aktuellen Berichten. Daher jetzt mal ein Update.
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Top 10 der gefährdeten Länder per 01.11.2009

November 1, 2009

Das November-Update der Liste der Länderrisiken. Mit der Rückkehr der Unsicherheit an den Aktienmärkte gab es auch einige größere Bewegungen an den CDS-Märkten. Beispielsweise stieg die Risikoprämie für Rumänien um satte 43%.
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Entwicklung Staatsbankrott-Risiko: 30.09.2009

September 30, 2009

Hier, nach einiger Zeit, mal wieder die aktuellen CDS-Spreads diverser Länder und die daraus errechneten impliziten Ausfallraten.
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Debt-Equity-Swaps als Lösung für die Bankenunterkapitalisierung

September 2, 2009

Seit Beginn des Blogs schreibe ich in regelmäßigen Abständen, dass es eine gute Idee wäre bei Banken im Insolvenzfall Debt-Equity-Swaps zu erzwingen. Das heißt, dass an Stelle eines normalen Insolvenzverfahrens (i.d.R. ein Verkauf der Aktiva), werden Anleihen der Bank zwangsweise in Aktien umgetauscht. Und zwar so viele, das eine ausreichende Kapitalisierung der Bank wieder hergestellt ist. Verschiedene Ökonomen unterstützen die Idee. Ein neuer prominenter ist hinzugestoßen: Willem Buiter: Forget Tobin tax: there is a better way to curb finance. Hier noch die anderen:
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