Gerade lief im Ticker:
Nach Einschätzung des
Energieversorgers EnBW müssen Stromkunden sich auf Jahre hinaus auf saftige Preiserhöhungen einstellen. In den nächsten Jahren würden die Preise um sieben bis acht Prozent steigen, erklärte EnBW-Chef Hans-Peter Villis dem „Südkurier“. Über die Energiekonzerne zieht der Staat Stromsteuer, Umsatzsteuer und die Umlage für den Ausbau
erneuerbarer Energien ein. Außerdem kämen auf die großen Energieversorger hohe Kosten für den Aufbau leistungsfähiger Netze zu, so Villis zur Begründung.
Stimmt alles, nur ist nichts davon ein Grund für steigende Strompreise, denn alles ist auch heute schon so. Die EEG-Umlage wird steigen, weil Solarenergie weiter überfördert wird. Ansonsten steigen die Strompreise einfach, weil der Großhandelspreis an der EEX steigt. Aktuell kostet eine Stromlieferung für 2012 im Mittel 54€ und für 2017 60€. Ein Strompreisanstieg von 10% in fünf Jahren würde ich allerdings nicht als dramatisch ansehen. Das ist die normale Inflationsrate.
Interessant ist der Punkt mit dem Ausbau der Netze. Ein Netzausbau führt natürlich nicht zu höheren Kosten für die Versorger, schließlich werden die nur solche Leitungen (aus-)bauen mit denen sie Geld verdienen. Das hat mit steigenden Strompreisen erst einmal nichts zu tun. Im Gegenteil, neue Leitungen führen zu besserer Lastverteilung und weniger Spitzenlast. Das senkt den mittleren Strompreis sogar aufgrund der konvexen Angebotskurve der Merit-Order.
Verfasst von ketzerisch 

bis Ende 2012
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