Laut EnBW-Chef wird Strom auf Jahre hinaus teurer

Januar 12, 2011

Gerade lief im Ticker:

Nach Einschätzung des
Energieversorgers EnBW müssen Stromkunden sich auf Jahre hinaus auf saftige Preiserhöhungen einstellen. In den nächsten Jahren würden die Preise um sieben bis acht Prozent steigen, erklärte EnBW-Chef Hans-Peter Villis dem „Südkurier“. Über die Energiekonzerne zieht der Staat Stromsteuer, Umsatzsteuer und die Umlage für den Ausbau
erneuerbarer Energien ein. Außerdem kämen auf die großen Energieversorger hohe Kosten für den Aufbau leistungsfähiger Netze zu, so Villis zur Begründung.

Stimmt alles, nur ist nichts davon ein Grund für steigende Strompreise, denn alles ist auch heute schon so. Die EEG-Umlage wird steigen, weil Solarenergie weiter überfördert wird. Ansonsten steigen die Strompreise einfach, weil der Großhandelspreis an der EEX steigt. Aktuell kostet eine Stromlieferung für 2012 im Mittel 54€ und für 2017 60€. Ein Strompreisanstieg von 10% in fünf Jahren würde ich allerdings nicht als dramatisch ansehen. Das ist die normale Inflationsrate.

Interessant ist der Punkt mit dem Ausbau der Netze. Ein Netzausbau führt natürlich nicht zu höheren Kosten für die Versorger, schließlich werden die nur solche Leitungen (aus-)bauen mit denen sie Geld verdienen. Das hat mit steigenden Strompreisen erst einmal nichts zu tun. Im Gegenteil, neue Leitungen führen zu besserer Lastverteilung und weniger Spitzenlast. Das senkt den mittleren Strompreis sogar aufgrund der konvexen Angebotskurve der Merit-Order.


Bürgerinitiative gegen Hochspannungsleitungen

Juni 25, 2010

Jeder produziert Müll, trotzdem will keiner eine Müllkippe vor seiner Wohnung. Jeder will billigen Strom und wenig CO2, aber kein Atomkraftwerk in der Nähe. Jeder will einen hohen Anteil an regenerativer Energie im Strommix, aber keine Windmühlen und Stromkabel in der Landschaft. Daher habe ich volles Verständnis für die Bürgerinitiativen gegen Hochspannungsleitungen. Ich finde die auch nicht schön. Leider wird es ohne nicht gehen, denn ohne sie kann der Windstrom nicht zu den Verbrauchern transportiert werden.
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Strom kostet weniger als nichts

Dezember 27, 2009

Die taz meldet, dass am zweiten Weihnachtstag der Strom zum zweiten mal in der Geschichte der Bundesrepublik weniger als nichts gekostet hat. Das bedeutet, dass Stromabnehmer noch Geld dazu erhalten haben, wenn sie so gnädig waren Strom zu verbrauchen. Die Schuld macht die taz bei den hohen Windeinspeisungen und unflexiblen Großkraftwerken aus. Das Problem hatte ich auch schon mal beschrieben. Nur eines vergisst die taz zu erwähnen: die “unflexiblen Großkraftwerke” sind die mit dem geringsten Produktionskosten und vergleichsweise hohen Wirkungsgraden (lies geringen CO2-Ausstoß). Wenn wir die Abschalten, dann wird der Strom teurer. Darüber beschwert sich die taz aber auch. Wer wirklich was für die Umwelt tun will, der soll (a) mehr Stromleitungen zwischen den Ländern bauen, damit umweltfreundlicher Windstrom aus Deutschland auch in Frankreich an den Verbraucher gebracht werden kann und umgekehrt und (b) für mehr Flexibilität beim Verbraucher sorgen: Der Kühlschrank muss wirklich nicht anspringen, wenn gerade Spitzenlast herrscht. So schnell werden die Biere nicht warm und der Käse schlecht.


Strompreise steigen auf breiter Front (für den Endkunden)

November 18, 2009

EWE macht es, Vattenfall will es, RWE denkt drüber nach. Laut SPON kündigen Stromkonzerne “Stromkonzerne kündigen saftige Preiserhöhung an“. Der Grund: Angeblich sind die erneuerbaren Energien Schuld am Strompreisanstieg. Ein Realitätscheck.
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