Wie die EU die Saat für die nächste Finanzkrise legen will

Mai 29, 2011

Es gibt Nachrichten, bei denen kommt einem gleich die Galle hoch. Derzeit kommt eine solche Nachricht aus der EU. Wie die Financial Times zu berichten weiß, plant “der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Barnier bei der Umsetzung der Basel-III-Vorschriften offenbar ein Auge zu zudrücken“. Der Franzose dementiert, aber völlig glaubwürdig ist das Dementi nicht. So vermeldet die FT, dass die die französischen Geldhäuser Société Générale und BNP Paribas davon besonders profitieren dürften. Die Aktienkurse der beiden schnellten auch prompt mehrere Prozent in die Höhe.
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Feinheiten der Bankenbilanzierung: Schminke für die Passivseite

Mai 10, 2011

Egghat hat einen lesenswerten Artikel zu den Auswirkungen einer Restrukturierung der griechischen Schulden. Ich teile seine Meinung, aber er unterschlägt meinen Lieblingstwist bei den pervertierten Bilanzierungsregeln der Nach-Finanzkrisen-Zeit. Diese Bilanzverschönerung kommt bei Griechenland so nicht direkt zum tragen, aber kann trotzdem nicht oft genug erwähnt werden, weil es die Schönheit der Absurdität aufweist.
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Wem nützt die griechische Umschuldung?

Mai 4, 2011

Für die FAZ argumentiert Martin Hock, dass eine Umschuldung Griechenlands nichts bringt, bzw. nur im Interesse der restrukturierenden Investmentbanken liegt. Bei vielen Argumenten liegt er richitg, nicht aber beim Fazit.
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Macht die Fed es richtig und ist die EZB auf dem Holzweg?

April 28, 2011

Olaf Storbeck argumentiert auf dem Handelsblog: “Lockere Geldpolitik: Der Kurs der Fed ist richtig – die EZB ist auf dem Hollzweg“. Der Beitrag ist lesenswert, aber ich stimme ihm nur zum Teil zu.
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Fight of the Century: Keynes vs. Hayek Round Two

April 28, 2011

Im Januar 2010 gab es dieses gloreiches Video über einen Rap-Battle zwischen Hayek und Keynes. Es gib jetzt einen großartigen Nachfolger.

Update 03. Mai 2011
Ich habe mal den Text angehängt, den ich von den Produzenten EconStory.tv kopiert habe. Die bieten übrigens auch viel lesenswertes Hintergrundmaterial an.

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Top-10 der Länderrisiken: Ausgabe 11.04.2011

April 12, 2011

Es ist zwei Monate her, dass ich die Liste das letzte Mal aktualisiert habe. Zwei Monate, in denen viel über Staatspleiten besonders in der Eurozone geschrieben wurde. Das Bild hat sich in dieser Beziehung auch tatsächlich von einem bereits schlechtem Niveau weiter verdüstert.

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Neoliberale Schlachtbank oder einfach nur Korruption?

März 20, 2011

Das Blog “elementarteile” weißt in dem Beitrag “Neoliberale Schlachtbank” darauf hin, dass die für die Bankenrettung ausgegebenen Gelder nun dem Sozialstaat fehlen. Das ist richtig, aber leider zieht Ben Gunn, der Autor, daraus die falschen Schlüsse.
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Top-10 des Staatspleite-Risikos – Ausgabe 04.02.2011

Februar 5, 2011

Nach längerer Zeit mal wieder ein Update auf die Länderrisikoliste. Leider hatte ich Zugangsprobleme auf Datastream, so dass es diesmal eine längere Pause gegeben hat.

Wenig überraschend gab es die größten Bewegung der Risikoeinschätzung bei den Ländern, in denen derzeit Unruhen herrschen:

  • Pakistan springt mit +41% auf fast 10% Risikoprämie und überholt damit “Spitzen”reiter Venezuela.
  • Mubarak stellt sich nicht nur politisch ins Abseits, sondern riskiert auch Ägyptens Rest an Wohlstand. Ich hoffe inständig, dass dort bald die Kräfte der Freiheit gewinnen. Mit +64% auf 375BP hat sich das Ausfallrisiko drastisch erhöht.
  • Auch Marokko (+44%), Bahrain (+41%) und sogar Israel (+24%) und die Türkei (+25%) werden instabiler gesehen.
  • Selbst das Leuchtfeuer der Pressefreiheit in der Region, Katar mit seinem Nachrichtensender Al Jazeera, sieht 19% höhere Spreads. Die Sympathien die Al Jazeera’s Berichterstatter gewinnen konnten, beeindrucken die Investoren nur wenig.  Aber Katar ist mit 118BP immer noch ein sicherer Staat.

Erfreuliche Nachrichten gibt es hingegen aus Europa zu vermelden:

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Die Rohstoffblase wird platzen

Januar 30, 2011

Inflation ist ja gerade mal wieder das heißeste Thema in der Wirtschaftspolitik. Angefacht werden die Inflationsängste durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise – allen voran Öl und Lebensmittel. Letztere sind so stark gestiegen, dass in Nordafrika Regime dadurch destabilisiert werden. Meiner Meinung nach ist die Angst übertrieben. Inflation ist eine Möglichkeit, aber an den Rohstoffen würde ich dies nicht unbedingt festmachen. Dies sind nämlich meiner bescheidenen Meinung nach eine Blase.
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Top-10 des Staatspleite-Risikos: Ausgabe 08.12.2010

Dezember 9, 2010

In der heutigen Ausgabe hat Belgien mit +32% auf fast 200 Punkten den größten relativen Spread-Zuwachs. Mit Ungarn, Zypern, Malta liegen auch alle anderen Absteiger in Europa. Interessanterweise hat es auch einige Staaten außerhalb der Eurozone erwischt.
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Krisenindikator: Öl dreht in Backwardation

Dezember 7, 2010

Wenn Öl in Backwardation ist, dann ist das in der Regel kein gutes Zeichen.

Forward Curve IPE Brent

Forward Curve IPE Brent

Es kann auf eine aktuelle Überhitzung der Weltwirtschaft hindeuten bei gleichzeitiger Markterwartung, dass dies sich in Zukunft ändert. Noch ist das nicht sehr steil, so dass keine Depression eingepreist ist, aber ich würde es als ähnlichen Krisenindikator ansehen wie eine inverse Zinskurve. Seit gestern Abend ist es wieder so weit.

[Update]

Ein Blog-Leser hat mich auf ein Paper zu dem Thema hingewiesen mit dem Tenor, dass Backwardation normal sei und a priori kein Grund zur Sorge. Das habe ich mir kurz angeschaut. Das Paper zeigt eine Grafik mit weak Backwardation, d.h. die Futurepreise sind diskontiert auf heute. Mit der Definition tritt Backwardation natürlich deutlich häufiger auf. Was aktuell haben ist strong Backwardation, also die Futurepreise sind auch ohne Diskontierung bereits unter den Spotpreisen. Die weak Backwardation zeigt das Paper so:

Weak Backwardation

Weak Backwardation

Wie man sieht, gibt es in dem Betrachtungszeitraum zwei Peaks in der Backwardation-Zeitreihe: 1985 und 1990. Dabei ist der Peak um 1990 viel stärker, weil er auch mit niedrigeren Zinsen diskontiert wurde. Dieser Peak ist aber auch genau mit einem BIP-Rückgang der USA verbunden:

BIP-Änderungen und Arbeitslose in den USA. Schattierter Bereich makiert Backwardation im Öl-Markt.

BIP-Änderungen und Arbeitslose in den USA. Schattierter Bereich makiert Backwardation im Öl-Markt.

Dass der einzige Rückgang des US-BIPs im Betrachtungszeitraum des Papers mit dem stärksten Backwardation im Ölmarkt einher ging, finde ich wenig beruhigend. Backwardation im Öl mag kein 100%-Indikator sein, aber er ist sicher ein schlechtes Zeichen.


Länderrisikoliste nun wieder mit USA, Pakistan, Ägypten und Saudi Arabien (per 09.11.2010)

November 10, 2010

Kurzes Zwischenupdate, weil ich endlich die USA in dem Datenwust gefunden und somit wieder mit aufgenommen habe. Mit dabei jetzt auch wieder Pakistan, Ägypten und Saudi Arabien – allerdings nur mit dem 5jährigen Spreads.
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Top-10 des Staatspleite-Risikos: Ausgabe 02.11.2010

November 2, 2010

Der Welt geht es mal wieder ein wenig besser, was die Staatsbankrott-Risiken angeht. Nur Griechenland und Irland gehen unbeirrt Richtung Abgrund.

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Zinserhöhung in China: Ein Schritt Richtung Gleichgewicht?

Oktober 24, 2010

Es war eine große Überraschung für die Finanzmärkte letzte Woche. Die chinesische Zentralbank hat die Zinsen um 0,25% erhöht. Laut Spiegel-Online jubeln die Experten. Zu Recht. Das ist ein Schritt richtig Gleichgewicht. Wenn auch ein sehr kleiner.
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Finanzkrise: Hat Fair-Value-Accounting die Finanzkrise verschlimmert?

Oktober 23, 2010
Harvard Business School Baker Library 2009

Havard Bücherei - Image via Wikipedia

Ende 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, hat die Bundesregierung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Bilanzrecht geändert. Ziel war es zu verhindern, dass die Banken die im Wert gefallenen Aktien und Anleihen zum fairen Preis bilanzieren müssen. Dies hätte für viele Banken tiefe Einschnitte in die Bilanzen bedeutet. Das ganze wurde von der Presse und Gesellschaft als wichtig und richtig aufgenommen. Nur wenige, wie dieses Blog, kritisierten das Vorgehen – wenn überhaupt darüber berichtet wurde. Die Geschichte geht immer so: wenn die Banken zu fairen Preisen bilanzieren müssen, dann können sie genau dann zu Verkäufen gezwungen werden, wenn die Preise niedrig sind. Ob das Ganze nun im Nachhinein positiv oder negativ war hat eine wissenschaftliche Untersuchung ergründet, die auf der FMA-Konferenz vorgestellt wurde.
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