BGE: Grenzkosten ungelernter Arbeiter in Vietnam und Deutschland

Mai 15, 2010

In der heutigen Viet Nam News war ein interessanter Artikel über die Löhne ungelernter Arbeiter in Ho-Chi-Minh-Stadt (Sài Gòn). Dort steht, dass ungelernte Arbeitskräfte knapp sind, weil viel Arbeitgeber weniger als 100 Dollar pro Monat zahlen und dies den ungelernten zu wenig ist. Sie ziehen lieber in andere Provinzen in denen entweder die Lebenshaltungskosten niedriger oder die Löhne höher sind. Ich folgere hieraus, dass die Grenzkosten für einen vietnamesischen ungelernten Arbeiter ungefähr 100 Dollar pro Monat sind oder einen Schnaps mehr sind. Sagen wir also 100 Euro im Monat.

Nun sind die ungelernten vietnamesischen Arbeiter wirklich ungelernt. Dagegen ist so mancher deutscher Hauptschulabsolvent super ausgebildet. Die Grenzkosten für einen deutschen ungelernten Arbeiter dürften daher höher liegen. Leider wissen wir nicht wie hoch, weil es keinen Markt für deutsche ungelernte Arbeiter gibt. Die Sozialsysteme verbieten effektiv jede Arbeit unter 800 Euro im Monat. Da es eine hohe Arbeitslosigkeit unter den ungelernten Deutschen gibt, können wir folgern, dass die Grenzkosten deutlich unter 800 Euro liegen.

Ich würde vermuten, dass ein Deutscher ungelernter Arbeiter so produktiv ist, wie drei vietnamesische. Damit lägen seine Grenzkosten bei etwa 300 Euro im Monat. Anders ausgedrückt. Würden wir die Sozialsysteme abschaffen, so verschwindet die Arbeitslosigkeit bei den ungelernten, weil Jobs aus Vietnam (oder anderen Ländern) nach Deutschland verlagert werden oder hier neu entstehen. Für diese neuen Jobs würden nun ungelernte Deutsche 300 Euro im Monat bekommen.

Damit der Lebensstandard dieser ungelernten Deutschen nicht unter ein menschenwürdiges Minimum fällt (wie bei vielen ungelernten Vietnamesen), müsste es einen Zuschuss z.B. im Sinne eines bedingungslosen Grundeinkommens geben. Wenn wir als Minimum 600 Euro pro Monat für einen Ein-Personenhaushalt definieren, dann müsste das bedingungslose Grundeinkommen 300 Euro pro Monat betragen. Bei 80 Millionen Deutschen sind das etwa 288 Milliarden pro Jahr, entspricht also ungefähr dem siebenfachen von Hartz IV (40 Milliarden). Es würde aber auch andere Sozialleistungen wie Kindergeld (40 Milliarden) und Rente (239 Milliarden) ersetzen. Das ist also nicht nur bezahlbar, sondern spart sogar Geld (auf Kosten der Rentner) und würde zu Abbau der Arbeitslosigkeit bei den ungelernten Deutschen führen und Produktionsanlagen in Deutschland wieder wettbewerbsfähig machen. Nebenbei dramatisch Bürokratie abbauen (Rente, Kindergeld, Hartz IV) und die gesparten 30 Milliarden pro Jahr plus die gesparten Bürokratiekosten können kurz- und mittelfristig zur Linderung der Anpassungsprobleme auf das neue System eingesetzt werden und langfristig zum Schuldenabbau.


Roland Koch: Immer auf die Kleinen

Mai 13, 2010

Die CDU positioniert sich im Generationenkonflikt immer deutlicher auf der Seite der Alten und Rentner. Traditionell sieht die CDU in den Alten ihre Stammwähler – und zweifellos auch zurecht. Da nach den Rettungspaketen für diverse Staaten und Banken nun selbst der FDP aufgeht, dass Steuersenkungen nicht das Gebot der Stunde sind, fängt die CDU nun das Sparen an. Gespart wird natürlich nicht bei der eigenen Rentnerklientel, sondern bei den Kindern. Hamburg machte es vor und erhöhte den Eigenanteil bei den Kitagebühren. Da will Roland Koch nicht hinten anstehen und will auch bei der Kinderbetreuung einsparen.
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Massenexodus aus Deutschland

Mai 27, 2009

Die Sozialabgaben und Steuerbelastungen in Deutschland sind sehr hoch. Das wäre kein Problem, wenn eine entsprechende Gegenleistung vorhanden wäre. Aber meine Generation (Anfang der 70er geboren) zahlt sicher mehr in das Rentensystem ein, als sie daraus zurückerhalten wird. Die Gebildeten meiner Generation zahlen auch mehr in die Arbeitslosenversicherung, in die Kranken- und Pflegeversicherung als sie daraus erhalten werden. Das ist ein Zustand, der immer mehr normale Bürger überlegen lässt, ob nicht ein Leben im Ausland attraktiver ist. Seit 15 Jahren verlassen mehr Deutsche das Land. Meistens jung und gebildet. Deutschland verliert eine Generation.
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Unternehmensberater kosten mehr als man dafür bezahlt.

März 31, 2009

Unternehmensberater sind teuer. Man muss schon viel Geld für sie auf den Tisch legen. Bei Senior-Consultants der Top-Beratungen auch mal 5000 Euro pro Tag. Aber kosten tun sie viel mehr, denn sie hinterlassen auch so manche teure Fehlberatung.
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Juncker hat die Gefahr erkannt

März 18, 2009

Seit Beginn der oft als Finanzkrise verharmlosten Weltwirtschaftskrise sind unsere größte Sorge die politischen Auswirkungen des sinkenden Lebensstandard. Es besteht die Gefahr, dass es zu sozialen Unruhen, Ausschreitungen und autokratischen Regierungen kommt. Letzteres ist vielleicht nur eine latente und noch keine akute Gefahr in Westeuropa, aber in anderen Teilen der Welt inklusive Osteuropa ist es akut. Auf diese Gefahr macht nun auch Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker aufmerksam:
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